Nackte Frau, die sich rückwärts beugtNackte Frau, die sich rückwärts beugtNackte Frau, die sich rückwärts beugtNackte Frau, die sich rückwärts beugtNackte Frau, die sich rückwärts beugtNackte Frau, die sich rückwärts beugtNackte Frau, die sich rückwärts beugtNackte Frau, die sich rückwärts beugtNackte Frau, die sich rückwärts beugtNackte Frau, die sich rückwärts beugt

Nackte Frau, die sich rückwärts beugt

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Lust der Täuschung: Ausstellung in der Kunsthalle München über täuschende Kunst

Ein leichtes Leben hatte Alina Szapocznikow nicht: Getto, Konzentrationslager, Tuberkulose, Krebserkrankung, früher Tod. Da liegt es nahe, ihr Werk aus dem Biografischen herzuleiten und es als ästhetische Transformation ihrer Traumata zu deuten. Doch erstaunlich lange hat sie das Leid, das sich in ihren Leib und ihre Seele eingeschrieben hatte, kaum thematisiert. Gleich nach dem Krieg war sie zunächst bemüht, beim Aufbau ihres Heimatlandes mitzuwirken - mit positiven Menschenbildern im Stil des sozialistischen Realismus: Das ändert sich, als sie mit einem Stipendium nach Paris kommt, wo sie ab auch bleibt. Wie sie Körper in Fragmente zerlegt und auf ihre Hinfälligkeit verweist, zeigt, dass sie rasch auf der Höhe der Zeit ist, sagt die Kuratorin Luisa Heese: Polyesterabgüsse ihres Körpers sollten das schwindende Leben für die Ewigkeit festhalten. Ihre Frauenbilder mit fragmentierten, bandagierten, ja regelrecht geknebelten Körpern zeugen von einer feministischen Haltung, mit der sie sich als Künstlerin in einer von Männern dominierten Umgebung zu behaupten versuchte. Dass sie ausgesprochen hübsch war, war dabei keineswegs ein Vorteil. Auch ihren erwachsenen Sohn hat sie abgeformt. Doch Leid und Lust liegen nahe beieinander. Ursula Hauser Collection, Schweiz. Simon Vogel Den menschlichen Körper begriff Szapocznikow als eine "erogene Zone an sich" und ihre Schöpferkraft als eine "Drüse", die seltsame Objekte hervorbringe. Zum Beispiel ihre faszinierenden Kaugummi-Skulpturen. Werkzeug ist ihr eigener Körper: Und ihren Körper setzt sie immer wieder ganz bewusst, ja selbstbewusst, ein als Produktionsmittel. Auch poppig-surrealistische Objekte sind so entstanden. Und als ihre Krebserkrankung offenbar wird, reagiert sie mit kleinen, klumpigen Gebilden aus halbtransparentem Polyesterguss. Unter einer Art Leichentuch sind verschiedene Körperteile verborgen — nicht nur ihre eigenen.

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