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Ich sehne mich nach Schwanz

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One more step

Die gewöhnliche Reaktion auf Sätze wie diese, die von Katherine Angel stammen, einer jüngeren britischen Autorin , Essayistin und Sexualhistorikerin, ist Erstaunen, bewundernd, räuspernd, verschämt oder glotzend: Nein, sie fängt gerade erst an, und zwar mit dem Geficktwerdenwollen. Denn hinter der eindeutigen Botschaft steht die eigentlich aufregende Frage, auch wenn sie nüchtern klingt: Wie schreibt eine Frau, klug, gebildet, heute über das, was man Begehren nennt? Schon das Wort klingt ja altertümlich, mahagoniartig, jedenfalls irgendwie unpassend für das, worum es geht: Sex, zwei Leute, nackt, wild, und den Moment der Erwartung, der davor liegt, das angespannte Gefühl, das sich erst durch die Berührung löst. Die Überlegung, was denn weibliche Leidenschaft ausmache, ist im vergangenen Jahrhundert aus allerlei philosophischen und psychoanalytischen Winkeln betrachtet worden, von Männern wie von Frauen; in der Kulturtheorie hat die Suche nach dem Begehren ihren Höhepunkt schon vor Jahrzehnten mit Michel Foucault und Jacques Lacan erreicht, die letzten Ausläufer dieser Bewegung wurden später von Judith Butler feministisch eingefasst oder alltagszugewandt von Susan Sontag aufgenommen. Die Spannkraft einer Theorie entfaltet sich aber nun einmal aus den Beweglichkeiten des Lebens, auf das sie Bezug nimmt — und inzwischen wirken diese Blickwinkel auf die Leidenschaft verwaist oder verstellt, die vielen Gedanken, die aus ihnen kamen, matt und abgestumpft wie veraltetes Werkzeug, mit dem man ungelenk einer Wirklichkeit zu begegnen versucht, die längst eine andere geworden ist. In diesem Fall ist sie bestimmt von Frauen, die ihre eigene Weiblichkeit durch ihren Alltag hindurch mitdenken, wissen wie sie wirken, auf andere und auf sich selbst, die selbsthermeneutisch unterwegs sind, entweder weil sie es müssen, in der Organisation ihrer Liebesverhältnisse, Berufsentwicklung oder Familienplanung, oder einfach, weil es ihnen schlicht gefällt. Zu ihnen zählt jetzt auch Katherine Angel: Sie handelt von der Art von Sexualität, die als eine Kraft erscheint, die auch den Blick auf ihre Umgebung schärft: Angel zeichnet einen Blick auf die Welt nach, dessen Weg durch die eigenen Leidenschaften hindurch und über sie hinausgeht. Und gerade das macht Angels Projekt als Buch interessant, weil es riskant ist. Auf knapp vierhundert Seiten tritt immer dieselbe Person auf, in unterschiedlichen Stimmlagen, sie spricht knapp und komponiert. Meist bilden nur drei, vier Sätze intime Episoden aus dem sexuellen Alltagsleben der Frau ab, in dem eine Nacht mit einem Fremden genauso vorkommt wie die depressive Phase nach einer Abtreibung oder der Vortrag einer gealterten Shere Hite. Manchmal steht nur ein einziger Satz auf der Seite, der Rest bleibt frei. Was es also zu sagen gibt, lässt sich offenbar nur so, in dieser suchenden Form aussprechen, auch für eine Sexualhistorikerin, die in Cambridge und Harvard studiert hat. Was aber bedeutet die Abkehr von Eindeutigkeit für die eigene feministische Haltung, mit der sie sich auch auseinandersetzt? Feminismusfragen seien lange nur als Fragen von Verboten aufgeworfen worden, kontrollierend, manchmal schmallippig. Vor allem die Leidenschaft habe es getroffen, die ja einerseits eine egoistische Kategorie ist, andererseits immer auch ein Nachgeben dem anderen gegenüber bedeutet.

Comment (2)
Bami
Mezilkis 22.10.2018 at 03:34
you guys are doing a WAY better job at filming the aftermath. Thank you!


Datilar
Gular 27.10.2018 at 18:02
una de las cosas que mejor realizan las mujeres.


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