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Erotische Manga-Links

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Erotik, Spannend

stefan mesch

Und Comicverlage wie Carlsen und Egmont kündigen an, künftig japanische Genreklassiker in Riesenauflagen auf den deutschen Markt zu werfen. Werden wir bald bei U-Bahnfahrten in telefonbuchdicken Manga-Wälzern schmökern, wie in Nippon üblich? Dafür ist die Ästhetik dieser Comic-Art zu fremdartig, zu sehr vom hermetischen kulturellen Binnenkosmos des Inselreichs bedingt. Das fängt schon damit an, dass Mangas von rechts nach links, also für unsere Begriffe von hinten nach vorne gelesen werden. Daraus ergibt sich das Bauprinzip jeder einzelnen Seite. Zudem wird der Text viel stärker in die Zeichnung einbezogen, ist oft integraler Bestandteil des Bildes. Japanische und chinesische Schriftzeichen sind an sich schon stilisierte Bilder, ähnlich Piktogrammen. Während westliche Comics Momentaufnahmen der Handlung bieten und man sich das Dazwischenliegende denken muss, zerlegen Mangazeichner den Plot in zahllose Einzelszenen. Die werden gerne aus extremen Blickwinkeln gezeigt, denn Japans Kunst kennt traditionell keine Zentralperspektive. Details und scheinbar Nebensächliches gewinnen damit ungeahnte Bedeutung. Diese Eigenarten japanischer Bildergeschichten lassen sich ausgezeichnet in der Ausstellung des Museums für ostasiatische Kunst studieren. Doch der Kurator und renommierte Kritiker Natsume Fusanosuke hat der Versuchung widerstanden, die populärsten Comic-Helden auf Schautafeln zu kleben oder das ganze Spektrum der Subgenres es gibt spezielle Mangas für Kleinkinder, Jungen, Mädchen, Angestellte, Hausfrauen und Rentner abdecken zu wollen. Zugleich hat Natsume nur kurze, abgeschlossene Bildgeschichten ausgesucht. Die sind nicht eben typisch für ihr Herkunftsland, in dem erfolgreiche Serien, wie die "Akira"-Bände zeigen, häufig jahrzehntelang fortgesetzt werden. Aber sie gestatten, die ganze Story und ihre Pointe zu verstehen. Mit den ausufernden Endlosepen, die Dutzende von Erzählsträngen und Hunderten von Figuren einführen, wäre das unmöglich. Dagegen verzichtet der Ausstellungsmacher gänzlich auf Originalzeichnungen und Skizzen. Bei Manga-Produkten, die von Zeichnerteams industriell hergestellt werden, zählt erst das gedruckte Endprodukt und nicht der Entwurf, argumentiert Natsume im Katalog. Dort sind Mangas längst zu akademischen Ehren gekommen. Museen, Lehrstühle und Kongresse erforschen die Bilderflut.

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